Gedächtnisprobleme

Ist Ihr Kind vergesslich?

 

Die Schulzeit ist von der ersten Klasse an geprägt durch unterschiedlichste Anforderungen ans die Lern- und Merkfähigkeit. Ständig muss neues Wissen angeeignet werden. Es müssen Strategien erlernt werden, durch die das tägliche Lernen in der Schule möglich wird und die einen zuverlässigen Abruf des Erlernten zu jeder Zeit sichern. In der Kindheit und Jugend lernen wir die für unser späteres Leben als Erwachsene grundlegenden Inhalte und Strategien. Diese bestimmen, wie wir mit den Anforderungen umgehen, die später im Beruf, aber auch im Alltag auf uns zukommen und wie wir sie bewältigen.

 

Mit dem "Reminder", einem neuropsychologischen Einzeltraining zur Förderung der Gedächtnisleistung kann Ihr Kind sinnvoll unterstützt werden, wenn sich der Verdacht bestätigt, dass eine schwache Merkfähigkeit, bzw. ein überarbeiteter Arbeitsspeicher die von Ihnen beobachteten Symptome verursacht.

 

Frau Dr. Anja C. Lepach und Prof. Dr. Franz Petermann von der Universität Bremen haben mit dem "Reminder" ein wissenschaftli8ch gut durchdachtes und überprüftes Training entwickelt, mit dem sich Gedächtnisleistung nachweislich steigern lässt. Es wurde für Kinder im Alter zwischen 7 und 12 Jahren konzipiert. Aufgebaut ist es als Einzeltraining. Vermittelt werden zum einen Gedächtnisstrategien ( interne und externe MErkhilfen), aber trainiert werden auch die Gedächtnisleistungen, also die Aufmerksamkeit, die visuelle und die auditive Wahrnehmungsverarbeitung. Die Kinder lernen, sich selbst hilfreiche Strategien für den Alltag auszuwählen und anzuwenden und sie beschäftigen sich intensiv mit ihren eigenen Gedächtnisleistungen. Feedback und Verstärkersysteme unterstützen die Lernprozesse. Sie erleben sich zunehmend in ihrer Selbstwirksamkeit, was einen positiven Einfluss auf die intrinsische Motivation hat.

 

Eine gute Gedächtnisleistung ist ein wichtiger Grundbaustein für alle Lernprozesse, auch und gerade im Hinblick auf das Ziel, mehr Sicherheit im Schriftspracherwerb und Erwerb mathematischer Fähigkeiten zu erlangen.

 

Beobachtbare Auffälligkeiten und Speicherstörungen/Abrufstörungen:

- Informationen werden nur unvollständig, falsch oder in geringer Menge behalten oder gezieltes Erinnern ist nicht möglich.

- Das Kind fragt häufiger nach.

- Aufforderungen zu Handlungen werden oft unvollständig oder unter Nachfragen ausgeführt.

- Beim Lernen sind viele Wiederholungen notwendig, die trotzdem meist nicht zum Erfolg führen.

- Es entsteht der Eindruck, dass bereits bekannte Informationen wieder als neu erlebt werden.

- Trotz normaler sprachlicher Fähigkeiten werden kaum Erlebnisberichte gemacht.

- Das Kind erinnert sich nicht an Termine.

- Zuvor gelernte Informationen werden nur vage oder gar nicht erinnert ("Versagen" bei Klassenarbeiten).

- Es entsteht der Eindruck von "Blockaden" ("Es liegt mir auf der Zunge, aber ich komm´nicht drauf").

(Quelle: Anja C. Lepach, Franz Petermann, Training für Kinder mit Gedächtnisstörungen, 2. Aufl. 2010, Hogrefe, Göttingen)

 

Bei Fragen zum Thema wenden Sie sich an Frau Beckhaus.